Rolf Hinrichs - Deutschland liegt im
Bereich der Windenergie-Statistik weit vorn: über 50.000 Megawatt installierte
Leistungen gibt es laut dem Bundesverband WindEnergie hierzulande. Spanien
hingegen belegt Platz 2 und hat die Hälfte der Megawattanzahl. Weltweit gesehen
kommt Deutschland hinter China und den USA. Seit Ende 2016 gibt es in ganz
Deutschland mehr als 27.000 Windenergieanlagen. Rolf Hinrichs - Davon stehen die meisten im
Bundesland Niedersachsen. In diesem Areal sind über 9.000 Megawatt Leistungen
installiert. Danach folgen Brandenburg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt
sowie Nordrhein-Westfalen. Die Versorgung mithilfe von Windenergie macht
deutschlandweit mindestens 15 % im Strommix aus.
Rolf Hinrichs - Strom aus Wind - und nun?
Die regenerativen Energien
stehen im Großen und Ganzen in Deutschland ziemlich gut dar. Nach einer Umfrage
im letzten Jahr sehen über 90 % aller Befragten einen verstärkten Ausbau der
sogenannten „grünen“ Energiequellenarten entgegen. Denn völlig unabhängig von
Gas, Kohle oder Öl kann der Ausstoß an schädlichen Klimagasen verhindert
werden.
Aber ist Windenergie
wirklich so umweltschonend? Gibt es ein Konfliktpotential zwischen Umwelt und
Natur? Natürlich wird auch mit dem Bau einer Windenergieanlage in die Natur
eingegriffen und bringt gewisse Auswirkungen hinsichtlich der Tier- und
Pflanzenwelt, der Umwelt sowie der Landschaft mit - genau das, was auch bei
anderen Dingen eines Menschen als Folge passieren kann. Rolf Hinrichs - Generell gilt, die
geeignete Lösung mi einem kleinen Manko zu vergleichen: Wie würde die
Entscheidung fallen? Eine Kohlefabrik oder ein Windkraftwerk?
Rolf Hinrichs - Aufbau einer
Windenergieanlage - Übersicht:
a) Fundament:
Es gibt zwei verschiedene
Fundamentarten, die bei einem Bau einer Windenergieanlage eingesetzt werden:
a.a. Tiefgrundfundament:
Wenn der Untergrund
besonders weich ist, wie zum Beispiel in Moorlandschaften kommt
Tiefgrundfundament zum Einsatz. Die benötigten Stahlbetonpfähle sind meist
schon vorgefertigt und müssen tief in den Boden eingerammt werden. Dabei werden
diese am Ende mit einer Betonplatte verbunden, worauf der Turm steht.
a.b. Flachfundament:
Das Flachfundament kann
auf jedem Untergrund eingesetzt werden, wenn der Baugrund als tragfähig gilt.
Das Fundament, bestehend aus Stahlbeton, wird vor Ort gegossen. Zusammen mit
dem ersten Stück wird der Turm in das Fundament mit eingebaut.
b) Turm:
Am oberen Ende des Turms
befinden sich die Gondel mit dem Rotor. Die Windkraftanlage bringt mehr
Leistung, umso mehr Höhe der Turm aufweist, da in weiter Höhe mehr starker Wind
weht. Die Rotorblätter haben bei einem höheren Turm einen größeren Durchmesser als
bei einem kleinen Turm. Insgesamt werden drei unterschiedliche Arten von Türmen
bei der Aufstellung der Windenergieanlage verwendet:
1. Gittermast
2. Betonturm
3. Konischer
Strahlrohrturm
In der heutigen Zeit
werden allerdings nur noch auf Strahlrohrtürme zurückgegriffen, da diese mehr
Belastung standhalten.
c) Gondel:
Die 360 Grad drehbare
Gondel befindet sich auf dem Turm. Sie beinhaltet alle wichtigen Bauteile für
die Inbetriebnahme. Dazu gehören zum Beispiel: der Generator, die Getriebe, die
Antriebswelle, die Bremse, die Steuerungs- und Sicherheitssysteme sowie die
Windrichtungsnachführung. Am vorderen Ende der Antriebswelle sind die
Rotornarben mitsamt den Rotorblättern zu finden.
d) Rotorblätter:
Wenn große
Windenergieanlagen zum Einsatz kommen, werden luvseitige, sogenannte dem
Luftzug zugewandte Rotorblättern eingebaut. Dreiblättrige Windkraftanlagen
haben sich bewährt, da diese am meisten Strom erzeugen können. Im Bereich der
Schwingungstechnik sind sie unkomplizierter zu lenken.
Rolf Hinrichs - Funktion einer
Windenergieanlage
Sobald der Wind mit einer
Geschwindigkeit ab 5 Meter pro Sekunde auf die Windenergieanlage trifft, dann
fängt der Computer der Windlaufausrichtung an zu arbeiten und stellt die
Rotorblätter so ein, dass sie optimal im Luftzug stehen. Kommt der Windstoß
schräg angeordnet gegen die Rotoren, dann kommt eine Drehbewegung zustande. Rolf Hinrichs - Die
Antriebsquelle und ein mehrstufiges Getriebe sind mit dem Rotor verbunden. Die
Rotordrehzahl sowie die Generatorendrehzahl werden individuell angepasst. Durch
den Generator gibt es Strom, die mithilfe von Leitungen nach unten durch den
Turm gelangen und in das Netzwerk gelangen. Rolf Hinrichs - Falls es optimale Windbedingungen
gibt, sind mindestens 6 NW Nennleistung möglich.
Rolf Hinrichs - In welchem Zeitraum
rentiert sich eine Windkraftanlage?
Die Windradanlage steht,
der Wind weht und dadurch wird Strom produziert. Es sind keine Abgase vonnöten
oder müssen Gebühren bezahlt werden. Der Strom ist dementsprechend immer
verfügbar und dass unendlich viel. Oftmals wird aber gern die Vorgeschichte
vergessen: Immerhin muss eine Windkraftanlage erst einmal hergestellt und
aufgestellt werden. Die Energie und die Materialien müssen angeliefert und
verbaut werden. Letztendlich muss eine Windenergieanlage auch gewartet oder
rundum erneuert werden.
Die Lebensdauer liegt im
Allgemeinen bis zu 25 Jahren. Danach werden wieder Energien und Materialien
gebraucht und die Entsorgung von veralteten Bauteilen müssen bezahlt werden.
Die energetische
Amortisationszeit bis wann die Windkraftanlage genug Energie produziert hat
liegt wie bereits bei der Herstellung bei einem halben Jahr. Allerdings ist
diese Zeitspanne von der Leistung des Windkraftwerkes und von der Standortwahl
abhängig. Die Investition ist erst nach mindestens zehn Jahren rentabel.
Rolf Hinrichs - Beeinträchtigung in der
Flora- und Faunawelt
Sobald der Ort für den Bau
eines Windkraftwerks entschieden ist, kann es losgehen:
a) entsprechende
Zufahrtswege werden für die Materialien gebraucht,
b) die Fundamente werden
vorbereitet
c) die Böden verdichten
und anschließend befestigen
Bei der Aufstellung einer
Windenergieanlage müssen Hecken und Bäume weichen, der natürliche Lebensraum
von Pflanzen und Tiere verändert sich oder verschwindet komplett.
Während des Betriebes gibt
es immer wieder Probleme mit fliegenden Tiere, die nicht selbst einschätzen
können, wie sich die großen Rotoren bewegen, sodass es zu Kollisionen kommen
kann. Das bedeutet nicht, dass das Tier von einem Rotor getroffen wird, sondern
es zum Unterdruck der Rotorblätter kommen kann, die den kleineren Tieren auf
schiefe Bahn bringen können. Die Rotorblätter erreichen in der Regel etwa 250
Kilometer pro Stunde. Dadurch kommen gefährliche Druckdifferenzierungen und
Luftwirbel zustande, wobei gerade Fledermäuse es schwer haben,
Rolf Hinrichs - Gewöhnungseffekt sichert
die heimischen Vogelarten
In den vergangenen Jahren
konnte man besonders deutlich beobachten, dass die heimischen Vögel hierzulande
die Standorte eines Windkraftwerks meiden und immer wieder dazu lernen, welche
Gefahren Rotoren mit sich bringen. Rolf Hinrichs - Die Vögel umfliegen die Rotorblätter im
großem Raume. Zugvögel und andere Individuen kennen die ortsansässige
Windkraftanlage nicht und steuern unmittelbar durch einen Windpark hindurch.
Studien zeigen, dass Greifvögel, Möwen, Seeadler, Rotmilan, etc. besonders
häufig davon betroffen sind.
Rolf Hinrichs - Landschaftsbild wird
beeinflusst
Vor allem die Kinder
erfreuen sich darüber, dass ein Windkraftwerk meist kilometerweit gesehen
werden können. Gibt es dadurch eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes?
Damals war ein Kirchturm in einem Dorf etwa 30 Meter hoch und galt als der
höchste Punkt. Heutzutage überragen Windenergieanlagen mit einer Höhe von über
200 Metern.
Wer gern in wunderschönen Landschaften mit dem Fahrrad, mit dem Hund oder mit den Kindern unterwegs ist, kommt es vermehrt zu periodisch wiederkehrenden Schattenwürfen und zu einer hörbaren Geräuschkulisse, wenn man sich in unmittelbarer Umgebung aufhält. Rolf Hinrichs - Sehr viele Menschen begrüßen diese Ansicht einer Windenergieanlage.
Wer gern in wunderschönen Landschaften mit dem Fahrrad, mit dem Hund oder mit den Kindern unterwegs ist, kommt es vermehrt zu periodisch wiederkehrenden Schattenwürfen und zu einer hörbaren Geräuschkulisse, wenn man sich in unmittelbarer Umgebung aufhält. Rolf Hinrichs - Sehr viele Menschen begrüßen diese Ansicht einer Windenergieanlage.
Rolf Hinrichs - entscheidender Standort
Die bisher erwähnten
Nachteile sollten gering gehalten werden. Selbstverständlich ist es relevant,
eine Windenergieanlage nicht einfach an einem beliebigen Standort aufzustellen,
sondern sich nach geeigneten Bereichen umzuschauen. Dabei muss die Raumordnung
stimmen, die die Eignungsgebiete für Windkraftanlagen zulässt. Rolf Hinrichs - In diesem Fall
werden alle potenzielle Konflikte mit weiteren Nutzungsformen überprüft.
Darunter werden nicht nur die Fauna, die Flora, die Landwirtschaft, die
Erholungsfunktion der Menschen und Tiere, sondern auch die Infrastrukturdetails
und Rohstoffgewinnung bedacht. Darüber hinaus bestimmen die Planabschnitte
sogar noch die Blickachsen der umgebenen Landschaften sowie die Geographie.
Falls ein entsprechender
Standort gefunden wurde, bedeutet es nicht, dass auch in diesem Bereich gebaut
werden darf. Es sind zahlreiche, verfahrensbegleitende Tests und Überprüfungen
notwendig, ob die Windkraft eine noch so kleinste Auswirkung auf die Umwelt an
dieser Stelle hat oder nicht. Rolf Hinrichs - Bevor es mit dem Bau losgeht, wird genauestens
darauf geachtet, welches Tiervorkommen dort herrscht und ob es seltene,
schützenswerte Arten sind, die beispielsweise zu der europaweiten
FFH-Richtlinie oder im Bundesnaturschutzgesetz zu finden sind. Die sogenannten
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sind in der heutigen Zeit in unmittelbarer oder
ausgedehnterer Nähe bei fast allen Bauvorhaben vorgeschrieben.
Rolf Hinrichs - Windkraft - Vorteile und
Nachteile im Überblick:
Der stärkste Vorteil der
Windenergie besteht buchstäblich darin, dass es sich in diesem Zusammenhang um
eine erneuerbare Energiequelle handelt. Es ist also immer möglich, auf diese
Quellenart zurückzugreifen. Außerdem wird aus Windkraft Ökostrom hergestellt,
ohne dass das klimaschädliche CO2 in die Atmosphäre gelangt. Aus diesem Grunde
ist Windkraft als umweltfreundlich einzustufen.
Das Problem liegt meist
darin, dass die Luftströmung nicht gleichbleibend ist, sondern in Schüben
vorkommt. Zum Ausgleich müssen in windärmeren Phasen konventionelle
Energiequellen verwendet werden, was zumindest die Umweltbilanz der Windenergie
herunterdrückt. Dagegen wird jedoch erwartet, dass sich der Gewinn bei der
Windenergie durch den technischen Fortschritt bedeutsam steigern lässt.
Zusammenfassung:
Vorteile:
1. vergleichsweise sind
Kosten für das Aufstellen einer Windkraftanlage gering
2. keine schädlichen
Abgase wie Stickoxide, Kohlendioxid und Schwefeldioxid
3. braucht für die
Energiegewinnung nur wenig Platz
4. gilt als erneuerbare
Energiequelle
5. bei Offshore-Anlagen
sind Fischen und Schifffahrten verboten
Nachteile:
1. kein gleichbleibender
Wind
2. hoher Geräuschpegel
3. Beeinträchtigung des
Landschaftsbildes
4. enorme Gefahr für die
Vögel
Rolf Hinrichs - Windkraftanlagen auf dem
Meer
Es gibt nicht nur die
sogenannten Onshore-Anlagen, die Windenergieanlagen auf dem Land, sondern auch
sozusagen die Offshore-Anlagen auf dem Meer. Bekannte Windparkanlagen gibt es
besonders in der Nord- und Ostsee. Rolf Hinrichs - Immerhin bläst in diesem Bereich der
Windbrise meist gleichmäßig und kann mit keinen anderen Landnutzungsformen
jemals in Konflikt kommen - ausgenommen die Naturschutzgebiete und die
Seefahrt. Nicht nur die Vögel, die sich auf dem Meer befinden, sondern auch die
anderen Wasserbewohner wie Kegelrobben, Schweinswale oder Seehunde können
Probleme hervorrufen.
Beim Aufstellen einer Windanlage werden Schallwellen
freigesetzt, die noch kilometerweit zu spüren und zu hören sind. Da die
Fundamente gesetzt und die Pipelines verlegt werden müssen, wird überdies der
Meeresboden verändert. Während des Betriebs der Windenergieanlage werden
elektromagnetische Strahlungen und Wärmeabgaben verzeichnet. Rolf Hinrichs - Laut verschiedener
Studien sind diese Aufzeichnungen allerdings noch ziemlich widersprüchlich.
Wenige Forscher wollen behaupten, dass die Meeressäuger durch Windkraftanlagen
Gehörschäden davontragen können. Andere hingegen denken, dass die Seehunde,
Kegelrobben und Co. nach der Aufstellung von Windenergieanlagen wieder am
gewohnten Ort zurückkehren. Mittlerweile ist bekannt, dass kleine
Meeresbewohner und diverse Fischarten die Offshore-Anlagen als besonderen
Rückzugsort ansehen. Dort sind sie insbesondere von Fischereien und
Schifffahrten geschützt, denn in dem Bereich der Windparkanlagen ist die
Schifffahrt und das Angeln strengstens verboten.